Zinsentwicklung

Zinsentwicklung September 2009

Die Stimmung an den Zinsmärkten ist nach wie vor nervös und schwankungsanfällig. Gemischte Konjunkturdaten sowohl aus den USA als auch aus Europa erschweren es Anlegern und Analysten, die Lage richtig einzuschätzen.

Die Notenbanken verfolgen weiterhin ihren Kurs und setzen darauf, die Banken weiterhin mit Geld praktisch zum Nulltarif zu versorgen, um die ersten Anzeichen von Erholung und Wirtschaftswachstum, die diese Woche auch noch einmal vom IFW bestätigt wurden, nicht im Keim zu ersticken.

Darunter leiden die Anleger: Nach wie vor ist mit Zinsanlagen kaum eine nennenswerte Rendite zu erwirtschaften. Im Zinsanlagebereich stagnieren die Konditionen weitgehend. Lediglich Langfristanlagen werden etwas besser, aber längst noch nicht gut verzinst

Aktuelle Durchschnittszinsen bei Geldanlagen

Wirft man derzeit einen Blick auf die durchschnittlichen Konditionen von Zinsanlagen, bricht nicht gerade Freude aus. Die Zinsen stagnieren schon den ganzen September über auf niedrigem Niveau. Wenn es eine Zinsbewegung gibt, tendiert sie meist nach unten.

Bestes Beispiel: Tagesgeld mit einer Anlagesumme bis 5.000 Euro. Der FMH Finanzberatung zufolge liegt der durchschnittliche Zinssatz dafür derzeit bei durchschnittlich 1,34 Prozent. Im Vergleich zu Ende August sank der Zinssatz im Schnitt um 0,03 Prozent. Tagesgeld-Anlagen bis 50.000 Euro werden nach wie vor mit durchschnittlich 1,41 Prozent verzinst.

Beim Festgeld zeigt sich ein ganz ähnliches Bild: Ist der durchschnittliche Zinssatz für 3-monatige Festgelder im Vergleich zum August leicht um 0,06 Prozent auf 1,00 Prozent gesunken, sank die Verzinsung für 12-monatiges Festgeld im Vergleich zum August um 0,04 Prozent auf 1,47 Prozent.

Interessant sind derzeit allerdings Sparbriefe: Ihre Verzinsung liegt laut FMH bei durchschnittlich 3,00 Prozent für eine 5-jährige Laufzeit und bei 3,78 Prozent für eine 10-jährige Laufzeit. Tendenz stabil bis steigend! Damit positionieren sie sich als echte Alternative zu Tages- und Festgeld.

Weiterhin hohe Darlehenszinsen

Kredite bleiben unverändert - in den vergangenen zwei Wochen stagnierten sowohl Dispo- als auch Überziehungszinsen beim Girokonto auf nach wie vor hohem Niveau. Für Dispozinsen fallen laut FMH derzeit durchschnittlich 11,46 Prozent an, für Überziehungszinsen sind es 15,87 Prozent.

Auch in puncto Ratenkredit sind keine Änderungen der Konditionen in den letzten 2 Wochen zu verzeichnen: Im Schnitt fallen hier 7,67 Prozent (36 Monate) bzw. 8,17 Prozent (72 Monate) Zinsen an.

Diese Entwicklung ist umso ärgerlicher, weil die Kreditwirtschaft noch zum 01. September zugesagt hatte, Vorteile bei der Refinanzierung zumindest teilweise an ihre Kunden weiterzugeben. Geschehen ist seither – nichts.

Erneute Zinssenkungen zu Monatsbeginn

Der neue Monat beginnt für Zinsanleger mit einer weiteren Enttäuschung: Statt endlich höhere Guthabenzinsen zu vergeben, verschlechtern einige Institute die Konditionen ihrer Tages- und Festgeldangebote erneut. So senkt die Netbank die Zinsen bei ihrem giroLoyal-Angebot zum 01. Oktober.

Auf dem Girokonto gibt es dann nur noch 2,25 statt 2,5 Prozent Zinsen, beim Tagesgeldkonto sind es 1,5 statt 1,75 Prozent.

Auch bei der Postbank Sparcard, die wie ein Tagesgeldkonto funktioniert, sinken zu Monatsbeginn die Zinsen. Statt 2,25 Prozent gibt es dann nur noch 2,0 Prozent Zinsen. Bei der VW Bank gibt es ab 01. Oktober nur noch 1,6 Prozent aufs Tagesgeld und 2 Prozent aufs einjährige Festgeld.

Die Seitwärtsbewegung der Konditionen sowohl bei Guthaben- als auch bei Darlehenszinsen wird wohl auch im Oktober noch andauern. Positive Impulse oder gar ein Aufwärtstrend der Zinssätze sind nicht in Sicht.

Weiterführende Informationen:

Zinsentwicklung im August 2009
Zinsentwicklung im Juli 2009