Zinsentwicklung

Zinsentwicklung

Zum Jahreswechsel blieben die Banken und Sparkassen erstaunlich ruhig: Normalerweise bietet es sich an, Aktionsangebote zum neuen Jahr zu überarbeiten oder neue Aktionen aufzulegen.

Nicht so 2012: Die Geldinstitute agieren weiterhin vorsichtig, was wohl der allgemein unsicheren Lage an den Finanzmärkten zuzuschreiben ist. Allerdings sind sie darauf vorbereitet, im Zweifelsfall schnell auf plötzliche Änderungen zu reagieren. Für Anleger und Sparer, aber auch für Darlehensnehmer bedeutet das: Wer eine attraktive Zinsanlage oder ein günstiges Darlehen entdeckt, sollte nicht lange zögern und sich die Konditionen sichern.

Entwicklung Tagesgeld: Top-Zinsen bei Kombi-Aktionen

Obwohl der Europäische Leitzins im Dezember auf 1,0 Prozent gesenkt wurde, bleiben die Tagesgeld-Zinsen zum Erstaunen der Finanzexperten relativ stabil. Gewährten die Banken im Dezember für Tagesgeld über 5.000 Euro durchschnittlich 1,78 Prozent, können sich Anleger derzeit im Schnitt 1,76 Prozent p.a. für täglich fällige Einlagen sichern.

Die Top-Zinsen jedoch liegen auch im Januar deutlich höher. So erhalten Neukunden von Cortal Consors auch weiterhin bis zu 4,50 Prozent aufs Tagesgeld, wenn sie einen vollständigen Depotwechsel vornehmen. Wer ausschließlich ein Tagesgeldkonto sucht, ist bei der NIBC Direct gut aufgehoben, die derzeit einen Top-Zins von 2,85 Prozent p.a. bietet.

Attraktive Tagesgeld-Angebote kommen u.a. auch von der DAB Bank und MoneYou (jeweils 2,75 Prozent p.a.) sowie der VTB Direktbank und der Bank of Scotland (jeweils 2,70 Prozent p.a.).

Festgeld: Längere Laufzeiten mit besten Konditionen

Mehr als Tagesgeld lohnen sich derzeit Festgeld-Anlagen. Sie werden – zumindest bei den Top-Anbietern - auch im Januar deutlich höher verzinst. Allerdings geht die Tendenz dahin, dass die Zinsen bei kürzeren Anlagezeiträumen ein wenig sinken.

So geschehen zum Beispiel beim Credit Europe Festgeld, wo die Verzinsung für 4-jährige Anlagen zwar stieg, dafür aber der Zinssatz für kürzere Laufzeiten um bis zu 75 Basispunkte sank.

Im Vergleich zum Vormonat ist der Durchschnittszins für Festgeld mit 12 Monaten Laufzeit relativ konstant geblieben. Mit 1,88 Prozent liegt er lediglich 1 Basispunkt unter dem Dezember-Stand.

An den Top-Konditionen hat sich praktisch nichts geändert: Noch immer bietet die Bank of Scotland satte 4,5 Prozent Zinsen p.a. für 5-jähriges Festgeld. Wer eine kürzere Anlagedauer sucht, ist mit dem 3-jährigen Festgeld von Bank of Scotland, VTB Direktbank und IKB gut bedient. Hier erhalten Kunden auch im Januar eine überdurchschnittlich hohe Verzinsung von 4,00 Prozent p.a.

Ratenkredite könnten teurer werden

Ratenkredite sind im Januar mindestens ebenso günstig wie in den Monaten zuvor zu haben. Der FMH Finanzberatung zufolge liegt der durchschnittliche Zinssatz für Kredite über 5.000 Euro mit einer Laufzeit von 36 Monaten derzeit bei 7,01 Prozent.

Zum Vergleich: Im Dezember bezahlten Kreditnehmer im Schnitt 7,03 Prozent für dasselbe Darlehen. Die Zeit der günstigen Zinsen könnte sich aber schneller als gedacht ihrem Ende zuneigen: Die Banken sind skeptisch und verleihen Gelder nur ungern, was auch Auswirkungen auf die Kreditvergabe haben kann.

Zudem müssen sich deutsche Geldinstitute einem FTD-Bericht zufolge seit Jahresbeginn stärker gegen Risiken absichern und fahren bei der Refinanzierung längerfristiger Kredite zum Teil riskante Strategien. All das könnte dazu beitragen, dass die Zeit der Niedrigzinsen bei Ratenkrediten schon bald vorbei ist. Deshalb gilt: Wer ein Darlehen benötigt, sollte sich die günstigen Konditionen bald sichern.

Deutlich unter dem Marktdurchschnitt liegen u.a. die Kreditangebote von norisbank (ab 4,9 Prozent p.a.), SKG Bank (ab 5,35 Prozent p.a.), netbank (ab 4,99 Prozent p.a.) und ING-DiBa (5,95 Prozent p.a. Festzins).

Zinsen Baugeld: Noch keine Trendwende in Sicht

Für Häuslebauer dürfte der Januar ein guter Monat werden: Eine Trendwende ist nicht in Sicht, noch immer ist Baugeld zu historisch günstigen Konditionen zu haben. Der durchschnittliche Zinssatz für 5-jähriges Baugeld ist in den letzten Wochen sogar gefallen: Statt 2,75 Prozent kostet Baugeld derzeit nur 2,59 Prozent.

Die FMH Finanzberatung rechnet damit, dass sich in absehbarer Zeit nichts an dieser für Bauherren erfreulichen Situation ändert. Schuldenkrise und Inflationsdruck haltend die Baugeld-Zinsen weiterhin niedrig, ein hoher Konkurrenzdruck auf dem deutschen Markt verstärkt den Effekt.

Unterm Strich, so die FMH, könnte das sogar noch weiter fallende Zinsen zur Folge haben. Übrigens: Die Zeitschrift Öko-Test hat für ihre Januar-Ausgabe konkrete Baufinanzierungsangebote für Musterfälle genauer unter die Lupe genommen. Die konkreten Ergebnisse sind unter oekotest.de abrufbar.

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