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Samstag, den 13. März 2010

ZinsenNominalzins, EURIBOR & Co: Welche Zinsen wo anfallen

Was sind Zinsen und wo tauchen sie auf?

Zinsen spielen im modernen Geld- und Finanzwesen eine große Rolle, entscheiden doch letzten Endes die Zinsen darüber, wie teuer ein Kredit wird oder wie hoch die Gewinne einer Kapitalanlage ausfallen.

Aber Zinsen begegnen uns nach an vielen anderen Stellen, zum Beispiel als Verzugszinsen im Handel, in der Form eines Miet- oder Pachtzins oder als Guthabenzins für ein einfaches Sparkonto. Zinsen bestimmen also einen großen Teil unseres Lebens.

Dabei waren Zinsen im christlichen Europa lange Zeit durch die katholische Kirche verboten und haben sich erst im Lauf der Zeit immer weiter durchgesetzt. Der Sinn und Zweck von Zinsen besteht vor allem darin, dass der Geber von Kapital oder einer Sache für die Ausleihung belohnt wird und über den Zins zusätzlich eine Ausfallprämie erhält.

Ein anderer Erklärungsansatz greift diesen Gedanken auf und definiert den Zins als Entschädigung für den Konsumverzicht des Gläubigers, da dieser das verliehene Kapital ebenso selbst hätte verwenden können.

Aber egal, welche Sichtweise man für die Erklärung des Zinses auch wählt, in der Regel handelt es sich um das Entgelt für eine gemietete Sache. Um sich in der Welt der Zinsen zurechtzufinden, sollte man die wichtigsten Zinssysteme und deren Struktur kennen, angefangen bei den Zentralbanken bis zu den einzelnen Bankzinsen.

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Zinssätze der Zentralbanken


Eine der wesentlichen Aufgaben heutiger Zentralbanken besteht darin, die Geldmarktpolitik in den einzelnen Währungsräumen zu steuern. Je nachdem, welchen Grundsätzen die Politik folgt, werden die verschiedenen Zinssätze als Reaktion auf das Marktgeschehen immer wieder angepasst.

Für den Euroraum ist zum Beispiel die Europäische Zentralbank (EZB) zuständig, welche die Höhe der Leitzinssätze festlegt. Auf Grundlage dieser können sich Geschäftsbanken bei der EZB Geld leihen, indem sie zur Sicherheit Wertpapiere hinterlegen. Auf diese Art und Weise können sich die einzelnen Banken immer wieder frisches Geld beschaffen.

Benötigt eine Bank zum Beispiel über Nacht neue finanzielle Mittel, kann sie die EZB für diese Ausleihung in Anspruch nehmen, muss im Gegenzug aber den Spitzenrefinanzierungssatz in Kauf nehmen. Eine termingebundene Ausleihung wird dagegen über den Hauptrefinanzierungsspitzensatz abgewickelt, der von dem vorher genannten Zinssatz deutlich abweicht.

Wird in den einzelnen Währungsräumen von einer Leitzinsänderung gesprochen, so bezieht man sich in der Regel auf den letztgenannten Zinssatz. 

Marktzinsen

Um sich Geld für neue Kreditgeschäfte zu leihen, stehen den Geschäftsbanken aber nicht nur die einzelnen Zentralbanken zur Verfügung, es besteht auch die Möglichkeit, dass zwischen den verschiedenen Kreditinstituten verzinste Zahlungsströme entstehen.

An diesem Geldmarkt gelten etwas andere Spielregeln als für die Zentralbanken, wodurch sich auch eine davon abweichende Zinsstruktur ergibt. Marktzinsen beziehen sich also immer auf die Kreditgeschäfte der Banken untereinander.

Da an dieser Stelle bereits die Bonität der einzelnen Kreditinstitute eine wichtige Rolle spielt, können die Marktzinsen in einem unterschiedlichen Rahmen schwanken und sind Ausdruck des Ausfallrisikos.

Zu den bekannten Marktzinssätzen gehören etwa der EURIBOR (European Interbank Offered Rate) und LIBOR (London Interbank Offered Rate). Beide beziehen sich auf die Ausleihung kurzfristiger Termingelder und werden auf der Basis täglicher Meldungen durch einige Referenzbanken festgelegt. Im Zusammenhang mit dem Privatkundengeschäft dienen diese Zinssätze als Grundlage zur Berechnung der Bankzinsen, die an den Verbraucher weitergegeben werden. 

Bankzinssätze

Für den Verbraucher sind am Ende die Bankzinssätze entscheidend, die sich aus den Refinanzierungsinstrumenten der Kreditinstitute ergeben. Zu diesen gehören unter anderem die Kreditzinsen, welche für die Ausleihung des Kapitals erhoben werden.

Neben dem Nominalzins, der als reine Ausleihgebühr betrachtet werden kann, spielt hier auch der effektive Jahreszins eine Rolle, der die tatsächliche Kostenstruktur eines Darlehens im Privatkundengeschäft abbildet.

Daneben sind für den Verbraucher auch die Guthabenzinsen von Bedeutung, mit denen Kapital verzinst wird, welches den Banken zur Verfügung gestellt wird. Leider bewegen sich diese Guthabenzinsen meist auf einem niedrigen Niveau, weshalb zum Sparen immer eine möglichst hoch verzinste Kapitalanlage gewählt werden sollte.

Eine einfache Möglichkeit, um die Zinsgewinne zu steigern, wäre zum Beispiel die Eröffnung eines Tagesgeldkontos, bei dem Guthabenzinsen in Höhe von bis zu 3% winken. 

Weiterführende Informationen:

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Finanzbegriffe verständlich erklärt - Das Zinsen.com Finanzlexikon
Finanznachrichten - Tagesaktuelle Nachrichten rund ums Geld



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