Zinsentwicklung Juli 2009Entwicklung der Zinsen im Juli 2009
Nach wie vor dominieren Wirtschafts- und Finanzkrise die Geschehnisse an den Finanzmärkten. So wundert es kaum, dass auch im Monat Juli die Zinsen insbesondere für Zinsanlagen weiter in Bewegung geblieben sind.
Leider aber zum Leidwesen der Anleger: Schritt für Schritt senkten viele Anbieter insbesondere von Tages- und Festgeld ihre Zinsen – und das, obwohl die Europäische Zentralbank (EZB) in ihren Juli-Sitzungen den Leitzins auf dem historischen Tief von 1,0 Prozent beließ und keine weiteren Senkungen in Aussicht stellte.
Durchschnittszinsen im Juli
Zinsanleger haben derzeit nicht gut lachen: Jämmerliche 1,51 Prozent beträgt der durchschnittliche Zinssatz für Tagesgeldanlagen nach aktuellen Auswertungen der Frankfurter Finanzberater FMH. Und damit fahren Anleger noch gut: Wer sich für Festgeldanlagen interessiert, kann im Durchschnitt lediglich mit 1,22 Prozent für Anlagen mit einer Laufzeit von drei Monaten rechnen.
In den vergangenen drei Monaten büßten Tages- und Festgeldanlagen 0,5 Prozent Rendite ein – angesichts der derzeitig sehr niedrigen Zinsen eine erhebliche Einbuße.
Auffällig dabei: Die anhaltenden, schrittweisen Zinssenkungen begründen die Banken mit dem niedrigen Leitzins. Allerdings stellt sich schnell die Frage, warum lediglich Guthaben- und Anlagezinsen fallen,
Kreditzinsen aber weiterhin hoch bleiben. Immerhin: Die Zinsen für Dispositionskredite liegen im Schnitt bei 11,8 Prozent - sie sinken deutlich langsamer und in sehr viel kleineren Schritten als bei Zinsanlagen. Ganz ähnlich verhält es sich auch bei Ratenkrediten: Auch hier sinken die Zinsen wenn überhaupt nur in sehr kleinem Maßstab.
Die Zinsen für Baudarlehen haben sogar wieder etwas angezogen. Begründet wird das damit, dass die Refinanzierungskosten für langfristige Kredite wie etwa Baudarlehen gestiegen sind. Zudem werden sich in absehbarer Zeit die Risikozuschläge erhöhen, da immer mehr Menschen im Begriff sind, ihre Arbeit zu verlieren oder in Kurzarbeit gehen müssen.
Auslaufende Angebote und drastische Zinssenkungen
Vermutlich werden sich insbesondere Tages- und Festgeld-Anleger mit dem Gedanken anfreunden müssen, dass diese Anlageformen in den nächsten Monaten weiter an Attraktivität verlieren werden. Ein Indiz dafür ist, dass viele Banken ihre derzeitigen Angebote zum 31. Juli auslaufen lassen.
Jüngstes Beispiel: Die netbank, deren Zinssatz für das zum GiroLoyal“ gehörende Tagesgeldkonto zum 01. August überraschend von 2,75 Prozent um einen vollen Prozentpunkt auf 1,75 Prozent fällt. Immerhin bleibt jedoch das Girokonto selbst überdurchschnittlich gut verzinst.
Ebenso überraschend auch die Zinssenkung der Ing-DiBa für Festgeldeinlagen:
Ab August gibt es beispielsweise nur noch 1,5 Prozent Zinsen auf 3-monatige Engagements statt wie bisher 2,0 Prozent. Überraschend auch die Zinssenkung der Mercedes-Benz Bank: Sowohl Tages- als auch Festgeldzinsen sinken um jeweils 20 Basispunkte – die Autobank zählt mit diesem Angebot nicht mehr zu den besten Anbietern am Markt.
Wo gibt’s noch hohe Anlagezinsen?
Trotz des allgemeinen Abwärtstrends gibt es nach wie vor noch vergleichsweise attraktive Angebote, die nicht ungenutzt bleiben sollten. Zu den besten Tagesgeldanbietern auf dem deutschen Markt zählt derzeit etwa die Bank of Scotland: Für Tagesgeldanlagen werden hier überdurchschnittlich gute 3,0 Prozent Zinsen gezahlt.
Allerdings gilt es zu beachten, dass die Einlagensicherung über die entsprechende britische Einrichtung erfolgt, die Guthaben bis zu einer Höhe von 50.000 GBP (derzeit etwa 59.000 Euro) absichert.
Weiterführende Informationen:
Tagesgeld Vergleich - hohe Zinsen aufs Tagesgeld sichern


