Zinsentwicklung Oktober 2009Entwicklung der Zinsen im Oktober 2009
Ebenso nervös wie der September geendet hat, ging es mit den Zinsen zunächst auch im Oktober weiter. Sehr gut zu beobachten war diese Nervosität an den Aktienmärkten: Nachdem viele Werte von Hoffnungen getragen spektakulär nach oben schossen, stürzten sie zum Monatsende ebenso spektakulär wieder ab – der Crashmonat Oktober hat seinem Namen alle Ehre gemacht. Was aber heißt das für die Zinsentwicklung?
Neue Produkte – neue Konditionen
Unter den Banken rief die anhaltend nervöse Grundstimmung ganz unterschiedliche Reaktionen hervor. Während einige noch etwas zurückhaltend eher den Verlauf der allgemeinen Zinsentwicklung abwarteten und tendenziell eher zu Zinssenkungen bereit waren, traten andere zur Freude der Anleger mit neuen Konditionen und Produkten die Flucht nach vorn an.
Zu den Geldinstituten der letzten Kategorie zählt beispielsweise die DAB-Bank: Ihr Tagesgeldkonto wartet derzeit bis zum 30. Juni 2010 mit 2,0 Prozent Zinsen auf. Sowohl die Höhe des Zinssatzes als auch die Länge der Zins-Garantiezeit ist bei diesem Angebot überdurchschnittlich hoch. Neue Zinsen gibt es auch bei Credit Europe und Citibank: Bis zu 4,25 Prozent sind beim Credit Europe Festgeld, bis zu 3,65 Prozent beim Citibank Festgeld möglich.
Positiv überraschte auch die ING-DiBa: Noch bis zum 30. November können Anleger hier ein Tagesgeldkonto eröffnen und 25 Euro als Willkommensgeschenk einstreichen. Das Tagesgeldkonto selbst ist mit 2,5 Prozent, die bis zum 31. Januar 2010 garantiert sind, überdurchschnittlich gut verzinst.
Eine Umstrukturierung bei den Angeboten gab es u.a. bei der VW und Mercedes Benz Bank. Mercedes bietet nur noch ein einziges Festgeld-Produkt, das nun mit bis zu 3,5 Prozent Zinsen aufwartet. Bei anderen Laufzeiten sanken die Zinsen.
Ebenfalls eine Zinssenkung kündigte die VW Bank für ihren Sparbrief an: Ab Anfang November fallen die Zinsen hier vor allem für einjährige und vierjährige Anlagen. Experten sehen in den jüngsten Ankündigungen einen Trend für den kommenden Monat: Viele erwarten für den November spürbare Zinssenkungen vor allem dort, wo bisher noch halbwegs ordentliche Renditen zu holen waren. Sprich: Bei langfristigen Anlagen und Sparbriefen.
Aktuelle Durchschnittszinsen
Betrachtet man die Statistiken der FMH Finanzberatung, fallen zunächst die vielen kleinen Schwankungen auf: In den letzten Wochen waren im Durchschnitt keine großen Zinssprünge zu verzeichnen, weder bei Fest- und Tagesgeld noch bei anderen Formen der Zinsanlage. Die Werte blieben im Monatsmittel relativ stabil.
Die Tagesgeldzinsen sanken im Schnitt leicht, erwartet wird jedoch eher eine Seitwärts- als eine Abwärtsbewegung. Für Anlagen bis 5.000 Euro liegt der Durchschnittszins derzeit bei 1,32 Prozent, für Anlagen bis 50.000 Euro liegt er etwas höher, bei 1,38 Prozent.
Beim Festgeld sieht es schon etwas anders aus: Hier liegen die Zinsen für 3-monatige Festgelder bei durchschnittlich 1,00 Prozent, für 12-monatige Anlagen bei rund 1,47 Prozent. Besonders für Festgelder mit längerer Anlagedauer geht man für November allerdings von einer Zinssenkung aus.
Verlierer werden im nächsten Monat wahrscheinlich die Sparbriefe sein: Zwar liegen die Zinsen hier derzeit noch zwischen 2,97 und 3,78 Prozent im Mittel, aber die VW Bank hat als eine der ersten bereits deutliche Senkungen angekündigt.
Girozinsen und Effektivzinsen sind zum Teil leicht gesunken, sind im Großen und Ganzen jedoch stabil.
Hier gibt‘s noch hohe Renditen
Angesichts der drohenden Zinssenkungen stellt sich schnell die Frage: Wo gibt es eigentlich noch sehenswerte Renditen – abgesehen vom extrem schwankenden Aktienmarkt? Als Geheimtipp werden derzeit Staatsanleihen gehandelt: Vor allem Staatsanleihen von Italien, Griechenland und Irland versprechen Renditen von deutlich über 4 Prozent.
Auch Unternehmensanleihen versprechen eine ansehnliche Rendite: Wer dabei beispielsweise auf Fraport, Lufthansa oder Bertelsmann setzt, kann hier eine Rendite in Höhe von rund 5 Prozent realisieren.
Weiterführende Informationen:
Zinsentwicklung im September 2009
Zinsentwicklung im August 2009
Zinsentwicklung im Juli 2009

