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Mittwoch, den 16. Mai 2012

Vollfinanzierung

Die Vollfinanzierung bezeichnet eine spezielle Form der Immobilienfinanzierung.

Die Besonderheit besteht darin, dass der vollständige Kaufpreis oder die gesamten Baukosten finanziert werden. Dabei sollte unterschieden werden zwischen einer echten Vollfinanzierung, die tatsächlich alle anfallenden Kosten abdeckt und einer Finanzierung, deren Höhe lediglich dem ausgehandelten Kaufpreis entspricht. Zusätzlich zum Kaufpreis fallen Erwerbsnebenkosten an, die Immobilienkäufer bzw. Hausbauer zusätzlich zum Kaufpreis aufbringen müssen und die nicht selten einige tausend Euro betragen können. Eine echte Vollfinanzierung deckt diese Kosten ebenso ab wie die Kosten für eine eventuelle neue Einrichtung.

Allerdings sind die Darlehensgeber bei dieser Finanzierungsform sehr vorsichtig: Um ein möglichst geringes Risiko einzugehen, werden ausschließlich besonders werthaltige Immobilien finanziert. Darüber hinaus müssen Antragsteller nachweisen, dass sie über ein sehr nachhaltiges und hohes Einkommen verfügen, mit dem die Schuld schnell getilgt werden kann. Vollfinanzierungen werden – zumindest in Deutschland – nur Kunden mit bester Bonität gewährt. In der Vergangenheit führte eine massenhafte Vergabe von Vollfinanzierungen an Kunden mit unzureichender Bonität in den USA zur Kreditkrise, die Auslöser für die Wirtschaftskrise 2008/2009 war.

Mittlerweile wird die Vollfinanzierung von zahlreichen Kreditinstituten angeboten. Hierbei handelt es sich jedoch um klassische Banken. Aufgrund der Gesetzgebung ist es den Bausparkassen nicht gestattet, Vollfinanzierungen anzubieten.


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