22.02.2012
Portfolio vor Inflation schützen
Die aktuelle Inflationsrate in Deutschland liegt derzeit ähnlich hoch wie Anfang 2011. Finanzexperten gehen jedoch davon aus, dass die Inflation in den kommenden Monaten und ggfs. Jahren steigen wird – und empfehlen Anlegern, ihre Portfolios sukzessive darauf auszurichten.
Schon heute bekommen sicherheitsorientierte Sparer und Anleger die Folgen von Geldentwertung in der eigenen Tasche zu spüren: Wer beispielsweise auf Sparanlagen setzt, kann nur noch mit den Top-Angeboten eine positive Rendite erwirtschaften. Im schlimmsten Fall frisst die Inflationsrate von knapp über 2 Prozent die Zinsen und einen Teil des Kapitals auf. Umso wichtiger ist es auf Anlageformen zu setzen, die bestmöglich vor Inflation schützen.
Vor- und Nachteile inflationsindexierter Anleihen
Als probates Mittel zum Inflationsschutz empfehlen Experten wie Stefan Keitel, Global Chief Investment Officer der Credit Suisse, u.a. inflationsindexierte Anleihen. Anleihen also, deren Tilgungs- und Zinszahlungen an die Inflation bzw. einen Preisindex gekoppelt sind.
Wie die Financial Times Deutschland aber bereits im November 2011 berichtete, sind auch diese Anleihen aus mehreren Gründen in der Praxis nur bedingt inflationssicher und empfehlenswert. Zu einem deutlichen Kaufkraftverlust kann es beispielsweise kommen, wenn sich der Warenkorb, auf den sich der Index bezieht, deutlich vom Portfolio des Anlegers unterscheidet, was praktisch durchaus möglich ist. Zudem gilt: Rechnen viele Anleger mit steigender Inflation, kaufen auch viele inflationsindexierte Papiere. Das wiederum lässt deren Kurse steigen - wer zu spät einsteigt, fährt damit nur eine geringe Rendite ein.
Welche Anlagen sind sicher?
Stellt sich die Frage: Welche Anlageformen bieten denn nun einen guten Inflationsschutz? Anlageexperte Keitel empfiehlt wie viele seiner Kollegen, künftig mehr auf Realwerte zu setzen. Demnach fahren Anleger, die ihr Portfolio inflationssicher gestalten wollen, am sichersten mit Investitionen in Immobilien (Vorsicht, Blasen-Gefahr in einigen Ländern!), Rohstoffe, Aktien und langfristige Unternehmensbeteiligungen.


