Die Banken leiden unter den Mini-Zinsen

Zwar leiden die kleinen Sparkassen und Banken in Deutschland unter den extrem niedrigen Zinsen, aber sie stehen auch zehn Jahre nach der globalen Finanzkrise besser da, als das noch vor wenigen Jahren der Fall war. Die niedrigen Zinsen verursachen eine Durststrecke, die noch lange nicht überwunden ist. Für die kommenden fünf Jahre gehen die Bankhäuser davon aus, dass ihr Gewinn vor Steuern, gemessen an der Summe der Bilanz, um rund 16 % sinken wird. Der Grund dafür ist sehr schnell gefunden, denn das klassische Geschäft mit Krediten bringt nur noch sehr geringe Erträge ein.

Eine interessante Untersuchung

Test für die Banken

Stresstest für die Banken

Die Bundesfinanzaufsicht BaFin und die Bundesbank haben eine sehr interessante Untersuchung in Auftrag gegeben. Zum einen wurden die Banken und Sparkassen gefragt, wo sie die Entwicklung in der Zukunft sehen, zum anderen wurden die Geldhäuser auch einem sogenannten Stresstest unterzogen, bei dem geprüft wird, wie sie mit unterschiedlichen Problemen umgehen können. Zu diesen Problemen gehört unter anderem ein massiver, plötzlicher Anstieg der Zinsen, aber auch die Aussicht auf eine noch länger andauernde Niedrigzinsphase. Das Ergebnis der Untersuchung war erschreckend, denn wenn es zu einem plötzlichen und massiven Anstieg der Zinsen kommen würde, dann würden das bis zu 68 Banken und Sparkassen nicht überleben, denn sie wären nicht mehr in der Lage, die Kapitalanforderungen zu erfüllen.

Neue Geldquellen erschließen

Die Bundesbank und auch die Bundesfinanzaufsicht BaFin haben die Banken und Sparkassen aufgefordert, neben dem Zinsgeschäft noch andere Einnahmequellen zu erschließen. So könnten zum Beispiel die Beratungsleistungen erhöht und die kostenlosen Girokonten abgeschafft werden. Das wollen die Banken aber nicht, denn sie sind sich sicher, dass mit dem Provisionsgeschäft der Verlust auf dem Zinsgeschäft aufgefangen werden kann. Die BaFin und die Bundesbank sind allerdings skeptisch und haben ihre Zweifel. Das sei reines „Wunschdenken“, aber ganz so blauäugig ist es wohl auch nicht.

Wo sehen sich die Banken in der Zukunft?

Banken in der Zukunft

Wo liegt die Zukunft der Banken?

Beinahe die Hälfte der Banken und Sparkassen, die untersucht wurden, können es sich durchaus vorstellen, dass sie in den kommenden fünf Jahren mit einem anderen Geldinstitut fusionieren oder dieses übernehmen. Die Vorstände sehen sich dabei aber als diejenigen, die eine andere Bank übernehmen und nicht übernommen werden. Wenn das tatsächlich passiert, dann werden von den 1500 kleineren Banken in den nächsten Jahren zwischen 350 und 400 nicht mehr da sein. Die Vorstände beschwichtigen aber, denn aller Voraussicht nach wird die Zahl der tatsächlich stattfindenden Fusionen weitaus kleiner sein. Die Banken leiden nach wie vor unter der Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank, aber auch unter dem Negativzins von 0,4 %, für den Fall, wenn sie kurzfristig ihr Geld „parken“ möchten.

Wie lange bleibt die Nullzinsphase?

Wie lange die Leitzinsen innerhalb der Euro-Zone noch so niedrig bleiben, ist momentan völlig unklar. Wenn es nach Mario Draghi, dem Chef der Europäischen Zentralbank geht, dann sind die 19 Euro-Länder immer noch auf die Stützung durch die jeweiligen Notenbanken angewiesen. Nach Ansicht der Bundesbank und der BaFin können die Geldhäuser in Deutschland noch relativ leicht mit den niedrigen Zinsen umgehen, da sie ein gutes Kapitalpolster haben. Dieses Polster reicht noch aus, um die Effekte der Nullzinsphase abzufedern. Viele Banken haben aber auch damit begonnen, die Kosten stark zu senken, indem sie unter anderem anfangen, die großen kostenintensiven Filialen zu schließen und Personal abzubauen.

Bildquellen: „test-fuer-die-banken.jpg“ heju – pixabay.com / „banken-in-der-zukunft.jpg“ geralt – pixabay.com

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