FinTech-Unternehmen digitalisieren den Finanzmarkt

FinTech-Unternehmen sind neu und innovativ

digitalisierungEs ist die Zeit der FinTech-Unternehmen. Sie sprießen aus dem Boden und reformieren das klassische Bankenmodell, als hätte die Finanzwelt nur auf sie gewartet. Sie sind innovative Senkrechtstarter mit dem Ziel, den großen Konkurrenten Marktanteile abzugewinnen. Überall liest man von den neuen FinTech-Entwicklungen, die den Banken die Arbeit erleichtern und die Menschen immer tiefer in das digitale Zeitalter führen. Sei es Blockchain, Bitcoin, Auxmoney oder Robo-Advisor, das Finanzwesen ist auf dem direkten Weg in die vollendete Digitalisierung. Videolegitimationen und Fingerabdrücke sind die Unterschriften von morgen, Kommunikationen mit dem Sprachcomputer sind schon heute ganz normal – Herzlich Willkommen in der Welt der neuen Finanztechnologien.

Geschäftsbereiche, die keine Banklizenz erfordern

Das Wort FinTech bedeutet Finanztechnologie. Es wird gebraucht, um eine Bewegung junger Unternehmer zu bezeichnen, die mit ihren Start-Up-Unternehmen neue Technologien für den Finanzmarkt entwickeln. Dabei spezialisieren sie sich auf unterschiedliche Bereiche wie Absichern, Vorsorgen, Anlegen oder Finanzieren. Die Jungunternehmen bewegen sich häufig in Geschäftsbereichen, die keine Banklizenz erfordern, was den Start enorm erleichtert, da die Anforderungen für diese Lizenz sehr hoch sind. Der Verbraucherschutz fürchtet, dass die Unternehmen damit die Verbraucherschutzvorschriften unterlaufen und sieht dieser Art der Geschäftsstrategie kritisch entgegen. Wucherzinsen und unberechenbare Risiken könnten die Folge sein. Länder, in denen die FinTechs stark vertreten sind und durch Investitionen gefördert werden sind die USA und Großbritannien. Die erste europäische FinTech-Firma wurde 2009 in der Schweiz gegründet.

Persönliche Beratung wird überflüssig

Die Ideen, mit denen die FinTechs aufwarten, sind praktisch und zukunftsweisend. Robo-Advisor-Unternehmen zum Beispiel, sind spezialisiert auf die Digitalisierung der Dienstleistungen eines Finanzberaters. Dafür entwickeln sie Portfolios in Instant-Manier. Sie nutzen also regelbasierte Modelle um eine Anlagestrategie zu bestimmen, fertigen daraus eine Portfoliostruktur und bieten diese dem Verbraucher an. Somit wird der Beratungsbedarf durch eine vorgefertigte Schablone mit Beipackzettel gedeckt. Im Prinzip also vergleichbar mit einer Backmischung. Der Vertrieb von Finanzdienstleistungen wie einer Anlageberatung unterliegt den Regularien der BaFin. Wenn sich die Tätigkeit jedoch auf bestimmte Finanzinstrumente beschränkt, wie zum Beispiel auf die Vermittlung von Finanzanlagen, gilt es lediglich die Gewerbeordnung zu beachten.

Online-Kreditplattform als Alternative zum Bankkredit

Auch Online-Kreditplattfomen wie Auxmoney sind FinTech-Blüten. Sie vermitteln Kredite an Privatpersonen von Privatpersonen über das Internet. Da die Zinsen zwischen den Vertragspartnern ausgehandelt werden, können diese sehr unterschiedlich sein. Für Verbraucher mit angeschlagener Bonität können solche Plattformen eine gute Alternative zum Bankkredit sein. In der Vergangenheit sind die Unternehmen negativ aufgefallen, weil sie Gebühren für die Anmeldung und die Vermittlung berechnet haben, auch wenn ein Kredit nicht zustande kam. Mittlerweile ist dieser Dienst jedoch weitestgehend kostenfrei.

Risiken sollten nicht außer Acht gelassen werden

Unrecht haben die Verbraucherschützer mit ihren Bedenken sicher nicht. Schließlich gibt es noch weitere Risiken, die nicht außer Acht gelassen werden sollten, nur weil die neue Techniken innovativ sind und vieles vereinfachen. So ist die Software häufig sehr kostenintensiv, viele Arbeitskräfte werden überflüssig und die Cyberkriminellen stehen schon auf der Fußmatte. Wer die Digitalisierung des Lebens nicht wünscht, wird früher oder später dazu gezwungen sein. Außerdem wird es für ältere Generationen zunehmend schwieriger, sich in der immer komplizierteren Vielfalt technischer Neuerungen zurechtzufinden. Ganz abgesehen davon, dass ein Computer nur versteht, worauf er programmiert wurde. Ein kompliziertes individuelles Problem würde er nie verstehen, dafür braucht man Menschen.

Bildquellen: „Digitalisierung“ geralt – Pixabay.com

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