Lohnt es sich, in der Niedrigzinsphase Schulden zu machen?

Für die einen sieht die andauernde Niedrigzinsphase so aus: Sie packen ihr Geld auf ein Tagesgeldkonto und bekommen dafür lächerliche 0,16 % Zinsen, wenn es gut läuft, vielleicht auch noch 0,75 %. Die Inflation hingegen liegt bei 1,5 % und damit verlieren die Sparer ihr Geld. Im schlimmsten Fall schrumpft das Geld auf 1,3 % im Jahr und man kann es besser ausgeben oder eben Schulden machen, denn das ist die andere Seite der Niedrigzinsphase. So günstig wie heute waren die Kreditzinsen noch nie, aber lohnt es sich wirklich, jetzt Schulden zu machen?

Die Schuldenlast sinkt von allein

Konsum

Keine Schulden für den schnellen Konsum

Wer sich jetzt dazu entschließt, endlich ein Haus zu bauen, der kann sich gleich doppelt freuen. Wenn zum Beispiel ein Hauskredit eine Zinsbindung von zehn Jahren hat, dann kostet er im besten Fall 1,32 % im Jahr, also deutlich weniger als die 1,5 % Inflation, die den Kredit jedes Jahr entwertet. So wird die Last der Schulden effektiv gemindert. Das denken viele, aber das kann ein sehr teurer Irrtum sein, denn nicht immer ist Schulden machen eine gute Alternative zum Sparen. Es lohnt sich immer, sehr genau zu überlegen, für welche Anschaffung man Schulden macht und wie hoch diese Schulden sein sollen. Auch minimale Zinssätze können sehr schnell zu einem großen Problem werden, und zwar immer dann, wenn die Summe des Kredits sehr hoch ist. Wer zum Beispiel 20.000 Euro aufnimmt, der muss bei den aktuellen Konditionen für die Dauer von fünf Jahren jeden Monat 370,- Euro bezahlen und das ist sehr viel Geld.

Ratenkredit statt Dispokredit

shoppen ist angesagt

Shoppen will bezahlt werden

Es gilt immer noch der Grundsatz: Ein Ratenkredit ist auf Dauer immer günstiger als ein Dispokredit, aber es sollte nur Geld für Anschaffungen aufgenommen werden, die später dabei helfen, Geld zu sparen oder die das Einkommen auf lange Sicht gesehen mehren. Alle anderen Kredite sind brandgefährlich. Die eigenen vier Wände sind ein guter Grund, um einen Kredit aufzunehmen, denn wer im eigenen Haus wohnt, der spart auf Dauer die immer teurer werdende Miete, zudem hat man eine sehr gute Vorsorge für das Alter. Auch ein Kredit für die Bildung zahlt sich letztendlich aus, denn das kann dabei helfen, dass das Gehalt in ein paar Jahren höher ausfällt. Ein Kredit sollte immer als eine Art Investition gesehen werden, denn nur dann ist das Geld stets gut angelegt.

Keine Konsumkredite aufnehmen

Wenn mit einem Kredit nur der schnelle Konsum finanziert werden soll, dann macht man in den allermeisten Fällen ein Minusgeschäft, selbst dann, wenn die Zinsen so niedrig sind wie im Augenblick. Rund drei Prozent werden heute für Ratenkredite bezahlt, nur weil man sich etwas gönnen möchte, was man eigentlich auch dann kaufen könnte, wenn die Summe gespart wird. Viele Banken verlangen auch in der Niedrigzinsphase bis zu sechs Prozent Zinsen, denn die Kredite, die mit unter zwei Prozent beworben werden, bekommen nur sehr wenige. Ausschlaggebend ist immer die Bonität, also die Kreditwürdigkeit. Wer genau wissen will, wie teuer ein Kredit wirklich ist, kann das am besten durch die sogenannte Zwei-Drittel-Zinsnennung herausfinden. Sie gibt Auskunft darüber, welchen Zinssatz zwei Drittel der Kunden zahlen müssen, wenn sie bei der Bank einen Kredit aufnehmen.

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