Leitzins

Der Leitzins – ein Richtwert für die Banken

In früheren Zeiten war es die Deutsche Bundesbank, die den Leitzins für alle Banken in Deutschland vorgegeben hat, heute hat diese Aufgabe die EZB, die Europäische Zentralbank übernommen. Aber was genau verbirgt sich hinter dem Leitzins und warum hat er im täglichen Leben eine so große Bedeutung?

Eine Orientierung für die Banken

Wenn die EZB den Leitzins für die Banken in der Europäischen Union festlegt, dann heißt das, die Banken können sich zu diesem Zinssatz Geld leihen und auch wieder verleihen. Der Leitzins bestimmt, wie günstig oder teuer ein Kredit wird und er ist der entscheidende Faktor, wenn es um die Zinsen für Geldanlagen wie Festgeld und Tagesgeld geht.

Ein Steuerungsinstrument

LeitzinsDer Leitzins ist das Steuerungsinstrument auf dem internationalen Geldmarkt, denn anders als früher haben es die Banken in den Ländern der Europäischen Gemeinschaft nicht mehr selbst in der Hand, wie sie ihre Zinspolitik gestalten, sie müssen sich an den Regeln orientieren, die die Europäische Zentralbank vorgibt. Das ist nicht immer einfach, besonders in der heutigen Zeit, in der der Leitzins auf ein historisches Tief gesunken ist. Für alle, die Geld sparen oder anlegen wollen, ist der niedrige Zinssatz besonders ärgerlich, für alle, die einen Kredit aufnehmen wollen, ist der aktuelle Leitzins allerdings eine gute Sache, denn er macht jeden Kredit sehr günstig.

Was bezweckt die EZB?

Viele fragen sich, warum die Europäische Zentralbank den Leitzins so weit abgesenkt hat. Für diese Maßnahme gibt es mehrere Gründe, denn zum einen können sich die finanzschwachen Staaten in der Europäischen Gemeinschaft, wie zum Beispiel Griechenland oder Zypern, günstiger Geld leihen, zum anderen will die EZB verhindern, dass die Banken ein zu großes Vermögen „parken“. Es gibt aber noch einen dritten Grund und der betrifft die Verbraucher, denn nach dem Willen der EZB sollen die Menschen in der EU ihr Geld nicht anlegen, sie sollen es vielmehr ausgeben, um die Wirtschaft anzukurbeln.

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