Der Brexit schwächt das Wirtschaftswachstum, doch die Baugeldzinsen sind günstig wie nie

Der Brexit und seine Folgen

Seit Großbritanniens Entscheidung über den Ausstieg aus der EU sind einige Tage vergangen. Insgesamt befürworteten 52 Prozent der britischen Wähler den Brexit. Für viele war das Ergebnis überraschend, hatte doch kaum jemand damit gerechnet, dass der Ausstieg tatsächlich stattfinden soll. Die nachhaltigen Folgen für Deutschland und die anderen Mitgliedstaaten und vor allem für Großbritannien selbst, werden sich wohl erst in den nächsten Monaten und Jahren richtig bemerkbar machen. Auch wenn bisher kein offizielles Austrittsschreiben Großbritanniens vorliegt, lohnt sich ein Blick auf die Auswirkungen auf unser Finanzwesen. Begeistert von dem bevorstehenden Austritt sind die Mitgliedstaaten der EU jedenfalls nicht.

Das Wirtschaftswachstum schwächelt

Obwohl die steigenden Zinsen in den USA vielen Bürgern hierzulande Hoffnung auf steigende Zinsen macht, ist das bei den zu erwartenden Konjunktur, nicht zuletzt aufgrund des Brexit, eher unwahrscheinlich. Dass der Brexit das EU-Wirtschaftswachstum schwächen wird, erwartet auch der IWF (Internationaler Währungsfonds). So solle die ursprünglich erwartete Steigerung um 1,7 Prozent nach dem Brexit mit 1,4 bis 1,6 Prozent etwas geringer ausfallen, allerdings nur dann, wenn ein freier Handel zwischen Großbritannien und dem EU-Binnenmarkt stattfinden kann. Andernfalls könnten die Zahlen drastischer ausfallen. Schließlich ist die britische Insel unter anderem der drittgrößte Export-Partner für Deutschland.

Geringe Zinsen für Baudarlehen

Für ein bestimmtes Klientel scheint sich der Brexit jedoch zu einem wahren Segen zu entwickeln. Denn die Baugeldzinsen sind so niedrig wie nie. Während die Briten um den Wert ihrer Immobilien bangen, freuen sich hierzulande die Bauherren über besonders niedrige Zinsen für Baudarlehen. Mit der richtigen Finanzierungsstrategie, wie einer höheren Tilgungsrate und möglichst geringen Laufzeiten, können Zinsen von gerade einmal 1,15 Prozent oder weniger ergattert werden.
Sorgen machen sich hingegen die US-Banken. Für sie wird sich wahrscheinlich einiges ändern. Denn London galt den
US-Banken bisher als Eckpfeiler für Geschäfte in den Mitgliedsstaaten der EU. Die US-Investmentbank Goldmann Sachs International zum Beispiel hat ihren Sitz in London und wird darüber nachdenken müssen, ob und wie die Geschäfte in der EU fortgeführt werden können. Um diese Herausforderung zu bewältigen, hat Goldmann Sachs den ehemaligen
EU-Kommissionspräsidenten José Manuel Barroso engagiert.

Investoren weiterhin nervös

Was den Aktienmarkt betrifft, so entspannt sich der erste Absturz, den die Kurse nach dem Brexit erleiden mussten. Die DAX-Werte steigen zögerlich wieder an, damit hat der Aktienmarkt den Brexit jedoch mit Sicherheit noch nicht überstanden. Die Nervosität der Investoren schlägt sich zumindest weiterhin in der Marktentwicklung nieder. Dass es in nächster Zeit zu Krisen auf den Finanzmärkten der EU kommen kann, damit dürften die Investment-Experten rechnen, auch wenn viele den Folgen des Brexit für die deutsche Wirtschaft locker entgegen sehen. Abhilfe schafft hier zum Beispiel die Konsumfreude, die unsere Wirtschaft zurzeit ordentlich ankurbelt. Viel besorgniserregender als der Brexit ist außerdem die italienische Bankenkrise.

Bildquellen: „Brexit“ Elionas2 – pixabay.com / „Dollar“ geralt – pixabay.com

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