Die Geldflut der EZB und ihre dramatischen Folgen

Es sind Billionen, die die Notenbanken in die Finanzsysteme gepumpt haben. Dafür wurden die Zinsen auf Null gesenkt, aber jetzt zeigen sich die ersten Folgen dieser drastischen Geldpolitik. Vor allem in einem Land ballen sich die Probleme und dort sorgen die anhaltend niedrigen Zinsen für große Probleme. Seit beinahe einem Jahrzehnt ist die Weltwirtschaft in einer etwas absurden Situation, in der es keine Zinsen mehr gibt. Wenn sich dieser Trend fortsetzt, dann hat das dramatische Folgen.

Alles Gewohnheitssache

Geldschwemme

Die Geldschwemme der EZB und die Folgen

Die Anpassungsfähigkeit hat dem Menschen im Verlauf der Evolution viele Vorteile beschert, aber diese Anpassungsfähigkeit hat auch ihre negativen Seiten. Die meisten Privatleute, die Staaten der EU und auch die Unternehmen haben sich an die Geldpolitik der EZB gewöhnt und genau das kann sehr gefährlich werden. Sie haben sich den Umständen so stark angepasst, dass eine Rückkehr zu normalen Verhältnissen sehr schmerzhaft ausfallen könnte. Zehn Jahre dauert die Ausnahmesituation auf dem Geldmarkt nun schon an, die Geldhähne sind weit offen und die Zentralbanken pumpen fleißig Billionen in die Finanzsysteme der reichen Länder, was weltweit für Kritik und Verwerfungen gesorgt hat.

Die Schuldenberge wachsen schneller

Die Preise für Immobilien sind schneller gestiegen als die Kurse der Aktien und bedingt durch die niedrigen Zinsen sind Kredite so günstig wie noch nie. Überall auf der Welt wachsen die Schuldenberge immer weiter und auch die Schulden der reichen Volkswirtschaften sind schneller gewachsen als die eigentlichen Wirtschaftsleistungen dieser Volkswirtschaften. Die Folgen sind erschreckend, denn gemessen an der Wirtschaftskraft sind viele private Haushalte und auch viele Unternehmen bis unters Dach verschuldet. Das Ausmaß dieser Schulden ist mittlerweile größer, als es vor der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise vor zehn Jahren war. Neue Berechnungen des Internationalen Währungsfonds IWF machen diese dramatische Schieflage sehr deutlich.

Wenn Schulden zum Problem werden

der angespannte Geldmarkt

Anspannung auf dem Geldmarkt

Sich dann zu verschulden, wenn die Zinsen niedrig sind, ist aus ökologischer Sicht nachvollziehbar, vernünftig und auch verständlich. Aber was passiert, wenn die Zinsen wieder stark ansteigen? Dann werden die Schulden sehr schnell zu einem sehr großen Problem. Nach den Berechnungen des IWF müssen aber die Zinsen noch nicht einmal stark ansteigen, damit es zu Problemen kommt. Trotz der niedrigen Kosten für einen Kredit müssen sowohl die Unternehmen als auch die privaten Haushalte einen stetig wachsenden Teil ihrer Einkünfte nutzen, um die Raten des Kredits zu tilgen. Vor allem für die privaten Haushalte wird es ein böses Erwachen geben, denn sie haben anders als Unternehmen, meist keine finanziellen Rücklagen, auf sie im Notfall zugreifen können.

Die Gefahr wächst

Wenn die Zentralbanken in Europa und in den USA ihre Geldpolitik schneller als angenommen wieder normalisieren und die Zinsen wieder ansteigen, dann droht die gefährliche Situation der Zahlungsausfälle, der faulen Kredite und auch der Verwerfungen in den Finanzsystemen. Das gilt allerdings nicht für die wohlhabenden Staaten. Die sehr niedrigen Renditen für die Unternehmens- und Staatsanleihen mit einer hohen Bonität haben selbst erfahrene Investoren in sehr riskante Geldanlagen getrieben, immer mit der Hoffnung auf hohe Erträge. Bei ihrer Suche nach Renditen haben sie aber nicht nur Unternehmen und Aktien auf Ramschniveau gefunden, sondern auch Entwicklungs- und Schwellenländer, die ein hohes Wachstumspotenzial versprechen. Laut IWF sind bereits 300 Milliarden Dollar in die Schwellen- und Entwicklungsländer geflossen, es ist aber zu befürchten, dass das Geld dort nicht besonders sinnvoll angelegt wurde. Wenn Milliarden in Unternehmungen und Projekte gesteckt werden, die dann floppen und somit kein Mehrwert entsteht, dann bleiben die Investoren auf den Schulden sitzen und das wird auf Dauer gefährlich.

Bildquellen: „der-angespannte-geldmarkt.jpg“ martaposemuckel – pixabay.com / „geldschwemme.jpg“ Olichel – pixabay.com

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