Die Zinseinbußen der privaten Anleger werden immer größer

Extrem niedrige Zinsen und eine sehr hohe Risikoaversion – private Anleger werden direkt von zwei Seiten arg in die Zange genommen. Aber ganz so hoffnungslos ist die Lage nicht, denn zumindest an einer Seite können sich die Anleger selber helfen. Seit Jahren leiden die Anleger in Deutschland unter den niedrigen Zinsen. Die darauf zurückzuführenden Einbußen beim Einkommen aller privaten Haushalte machen in nur sieben Jahren die gigantische Summe von 344 Milliarden Euro aus. Im kommenden Jahr werden zu dieser Summe noch einmal 92 Milliarden Euro an Zinsverlusten hinzukommen, die niedrigen Bauzinsen reißen es leider nicht mehr raus.

Sind Aktien eine Alternative?

Aktien als Alternative

Aktien als Alternative?

Müssen die deutschen Anleger umdenken? Müssen sie sich nach anderen Möglichkeiten umsehen und vielleicht auch mal bereit sein, ein Risiko einzugehen? Die Lage am Aktienmarkt ist im Moment nicht so schlecht, denn alleine zwischen 2010 und 2016 hat sich der deutsche Aktienindex Dax mehr als verdoppelt. Dass sich viele Anleger für die Börse interessieren, das zeigt auch die stärkere Umschichtung, die sich in Richtung Aktien und Aktienderivaten bewegt. Damit konnten die Verluste, die durch die niedrigen Zinsen entstanden sind, zumindest teilweise kompensiert werden. Wer sein Geld in Aktien anlegen möchte, der sollte die Aktien breit streuen, um das Risiko zu minimieren. In der letzten Zeit sind die Kurse wieder stark gestiegen und damit wächst auch die Gefahr, dass es einen Rückschlag gibt. Eine Blase ist aber aktuell auf dem deutschen Aktienmarkt nicht zu erkennen.

Immer mehr investieren

In früheren Zeiten mussten diejenigen, die Geld sparen oder anlegen wollten, sich noch nicht so anstrengen, um ihr Sparziel zu erreichen, wie das heute der Fall ist. Wer heute Geld auch für die Altersvorsorge zurücklegen möchte, der muss einen immer größer werdenden Teil seines laufenden Einkommens dazu verwenden, um ein Vermögen aufzubauen. Das kann sich natürlich nicht jeder leisten und viele stehen vor der Entscheidung: Entweder jetzt ein relativ sorgenfreies Leben führen oder das Geld für die Altersvorsorge verwenden. Diejenigen, die sich für die Altersvorsorge entscheiden, wählen nach wie vor die traditionellen Anlagemöglichkeiten und scheuen sich, ein Risiko einzugehen.

Wann werden die Zinsen wieder steigen?

die Vorgaben der EZB

Wann kommt die Zinswende?

Während sich viele Finanzexperten noch vor zwei Jahren einig waren, dass die Europäische Zentralbank die Zinsen in den kommenden fünf Jahren nicht mehr anheben wird, so sieht die Lage heute ein wenig anders aus. Äußerungen von Mario Draghi, dem Chef der EZB, haben die Experten hellhörig werden lassen und sie wagen die Behauptung, dass eine Anhebung der Zinsen vielleicht doch schon früher kommen könnte. Ein Signal, dass es mit den Zinsen wieder bergauf gehen könnte, ist, dass die große Geldflut, mit der die EZB die Märkte überschüttet, ein baldiges Ende hat. Die USA haben schon jetzt signalisiert, dass die Anleger für ihre Staatsanleihen, die eine zweijährige Laufzeit haben, mehr Geld bekommen. Für die Anleihen gibt es aktuell 1,4 % Zinsen, im Vergleich dazu werden in Deutschland für Bundesanleihen, die eine Laufzeit von zehn Jahren haben, nur zwischen 0,25 % und 0,75 % gezahlt. Ob Mario Draghi die Zinsen jedoch in absehbarer Zeit wieder anheben wird, das ist mehr als fraglich, denn noch läuft aus Sicht der EZB alles zu vollster Zufriedenheit.

Bildquellen: „die-vorgaben-der-ezb.jpg“ moritz320 – pixabay.com / „aktien-als-alternative.jpg“ geralt – pixabay.com

Kommentare sind geschlossen