Die Zinsen bleiben unten

Mit Spannung haben die Anleger und Sparer nach Frankfurt geblickt und gehofft, dass Mario Draghi, der Chef der Europäischen Zentralbank, endlich die erlösenden Worte spricht und die Zinsen wenigstens ein bisschen nach oben korrigiert. Aber die Hoffnungen und Wünsche sind wie eine Seifenblase zerplatzt, denn die Zinsen bleiben nach wie vor im tiefen Keller. Gefreut haben sich nur die Aktionäre, denn sie sind wie die Weltwirtschaft auch, von der so schnell süchtig machenden Droge der niedrigen Zinsen abhängig.

Die Anleger regieren sehr vorsichtig

Zinsen bleiben unten

Die Zinsen bleiben im Keller

Es war schon interessant zu beobachten, was sich an den Handelsplätzen wie zum Beispiel der Börse in München abgespielt hat. Die Handelsplattform hatte immer und immer wieder Put-Optionsscheine ausgespuckt, da die Anleger sehr, sehr vorsichtig auf die Zinsen reagiert haben. Dazu kam dann auch noch die Ankündigung, dass es vielleicht doch Zinserhöhungen geben könnte, und zwar durch die Chefs der englischen und kanadischen Notenbanken. Das deutete sich zumindest auf einem von der EZB veranstalteten Treffen der Notenbanker in Sintra, Portugal, an. In der Folge war der deutsche Aktienindex Dax sehr deutlich nach unten gedrückt worden. Für einen Kursrückgang beim Dax sorgte aber auch die Tatsache, dass sich die Zinsen für die Bundesanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren, in nur wenigen Tagen mehr als verdoppelt haben.

Was machen die USA?

Risiko USA

Die politischen Risiken in den USA

Viele Investoren schauen nicht nur gebannt auf das, was der Chef der EZB sagt, sie blicken auch in die USA, oder genauer gesagt auf Janet Yellen, die Chefin der Fed. Die politischen Risiken in den USA sind gestiegen und das hat natürlich auch Auswirkungen auf die Leitzinsen, die sehr wahrscheinlich deutlich langsamer ansteigen werden, als das bislang erwartet wurde. Donald Trump Junior, der Sohn des Präsidenten, hatte E-Mails öffentlich gemacht, aus denen hervorgeht, dass ihm die Staatsanwaltschaft in Russland belastendes Material über Hillary Clinton angeboten hat. Dieser mehr oder minder große Skandal soll, so Insider, von der Untätigkeit des Präsidenten in Sachen der versprochenen Steuerreform ablenken. Diese Reform ist jedoch dringend notwendig, um die immer weiter steigenden Kurse an der Wall Street rechtfertigen zu können.

Warum sollen die Zinsen wieder erhöht werden?

Angeblich sind die Tage von Fed-Chefin Janet Yellen gezählt, denn sie soll, wenn man den Gerüchten Glauben schenken darf, schon nächstes Jahr von Gary Cohn abgelöst werden. Der Banker, der früher für Goldman Sachs gearbeitet hat, ist der Favorit von Präsident Donald Trump und da sich Trump mit Janet Yellen überhaupt nicht versteht, kann man davon ausgehen, dass Yellen nicht mehr allzu viel unternehmen wird. Viele Investoren fragen sich daher, warum Yellen die Zinsen erhöhen sollte, zumal die Inflationsrate im vergangenen Mai sehr deutlich auf 1,9 % gesunken ist. Im Februar lag die Marke noch bei 2,7 % und es ist zu vermuten, dass die Inflationsrate auch in den nächsten Monaten immer weiter nach unten sinkt. Ein Grund für die gute Inflationsrate ist, dass der aktuelle Ölpreis auf dem Niveau des Vorjahrs liegt. Das heißt, von den Preisen für die Energie wird zumindest im Moment kein Druck auf die Inflationsrate ausgeübt.

Auf die Zinsen achten

Für die Dax-Investoren ist es wichtig, dass sie den Anleihenmarkt genau im Auge behalten. Sollten die Zinsen zum Beispiel für die US-Anleihen mit einer zehnjährigen Laufzeit weiter sinken und damit die Zinsen für die Bundesanleihen mit in die Tiefe ziehen, dann kann es passieren, dass die Anleger noch stärker nach den Aktien der hoch verschuldenden Unternehmen wie E.ON, RWE oder Deutsche Telekom fragen.

Bildquellen: „risiko-usa.jpg“ Ronile – pixabay.com / „zinsen-bleiben-unten.jpg“ khfalk – pixabay.com

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