Geld abheben – in der Mittagspause wird es teuer

Sogenannte Flatterpreise kennen wir von den Tankstellen, die mehrmals am Tag ihre Preise für Diesel oder Benzin ändern und damit die Wut der Autofahrer auf sich ziehen. Fast hat es den Eindruck, als würden die Preise immer dann nach oben geschraubt, wenn besonders viele Autos auf den Straßen sind, zum Beispiel nach Feierabend oder in der Mittagszeit. Das Modell der Tankstellen haben jetzt offenbar auch einige Banken übernommen, denn wer bei einigen Genossenschaftsbanken beispielsweise in der Mittagspause oder nach Feierabend Geld am Automaten abhebt, der zahlt eine höhere Gebühr als zu anderen Tageszeiten.

Die Leistungen werden immer teurer

zahlen fürs Konto

Die Banken kassieren ab

Die Dienstleistungen der Banken werden immer teurer, denn viele der privaten Bankhäuser, aber auch viele Sparkassen und Genossenschaftsbanken haben die Preise deutlich angehoben. Zum Teil handelt es sich um normale Kontoführungsgebühren, aber zum Teil sind es auch Gebühren für ganz bestimmte Kontomodelle. Besonders beliebt sind neuerdings die Gebühren für das Geldabheben an einem Automaten. Während früher nur die Abhebung von Bargeld bei einer fremden Bank eine Gebühr kostete, so verlangen die Banken heute auch von den eigenen Kunden eine Gebühr, wenn sie am Automaten Geld abheben. Das ist aktuell bei 40 der deutschlandweit 400 Sparkassen der Fall. Auch 150 der rund 1000 Volks- und Raiffeisenbanken haben dieses Kontomodell mittlerweile eingeführt.

Wer Bargeld mag, wird bestraft

Bargeld holen

Wer Bargeld braucht, muss zahlen

Schon länger halten sich die Gerüchte, dass die Europäische Zentralbank den Plan verfolgt, das Bargeld nach und nach abzuschaffen. Zuerst sollen die 500-Euroscheine aus dem Verkehr gezogen werden, angeblich um Korruption und Schwarzarbeit zu bekämpfen. Jetzt spricht die Anhebung der Gebühren dafür, dass der Prozess, das Bargeld abzuschaffen, einen Schritt weiter geht. Wie viel an Gebühren bezahlt werden muss, das ist von Bank zu Bank verschieden, mal werden 20 Cent verlangt, mal sind es 30 Cent und bei einigen Banken sogar 45 Cent. Da die Deutschen Münzen und Scheine sehr mögen, sorgen die Gebühren für Ärger. Dass die Volksbanken jetzt zu bestimmten Zeiten noch mehr kassieren, stößt auf Unverständnis.

Das Beispiel Frankfurter Volksbank

Die Volksbank in Frankfurt am Main ist ein schönes Beispiel, wie die Kostenfalle Gebühren funktioniert. Die Bank nimmt von ihren eigenen Kunden zwischen 18:00 Uhr und 8:00 Uhr eine sogenannte „Einzelabrechnung“ von 35 Cent je Abhebung. Die Bank begründet die Gebühren mit dem Hinweis auf einen höheren Aufwand an Sicherheit, unter anderem durch Alarmanlagen und Sicherheitsdienste außerhalb der Schalteröffnungszeiten. Zusätzlich müssen die Kunden jeden Monat drei Euro für „Buchungsposten“ zahlen, acht Cent kostet eine Überweisung und für dauerhafte Überweisungen sowie für Gutschriften werden jeweils 35 Cent berechnet. Viele Kunden wollen diese Preispolitik nicht mehr mitmachen und eröffnen ein Konto bei einer der vielen Onlinebanken, die mit günstigen Pauschalangeboten locken.

Es fehlt an Transparenz

Die Kunden der Banken ärgern sich nicht nur über die gestiegenen Gebühren, sie ärgern sich auch über die mangelnde Transparenz der Geldinstitute. Ein Drittel der Banken hält es nicht für nötig, ein Preisverzeichnis im Internet zu veröffentlichen, denn eine gesetzliche Pflicht für diese Veröffentlichung gibt es nicht. Die Banken argumentieren, dass sie verschiedene Kontomodelle im Angebot haben und die Kunden sich einfach nur das Modell aussuchen müssen, was am besten zu ihnen passt.

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